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kkOma: Der erfolgreichste Coach in der Geschichte von League of Legends

Tue, 07 Apr 2020 16:20:00 GMT

Sie agieren im Hintergrund, sind den meisten Fans unbekannt und haben dennoch große Anteile am Erfolg des Teams – Coaches wie der Südkoreaner kkOma spielen eine wichtige Rolle in der professionellen Welt von League of Legends. Doch was macht ihn als guten Trainer aus und wie wurde er eigentlich zum Erfolgscoach?

Kim Jeong-gyun dürfte vielen Fans, welche die besten Teams der Welt bereits seit einigen Jahren verfolgen, maximal optisch vertraut sein. kkOma probierte in jungen Jahren zunächst, sich als Starcraft-Spieler in der eSport-Szene durchzusetzen. Als es ihm allerdings wiederholt nicht gelang, sich in der Weltspitze zu etablieren, wagte er den Umschwung auf ein neues Spiel – League of Legends.

Der Koreaner war talentiert und machte als Jungler im Team StarTale keine allzu schlechte Figur. Auch wenn kkOma mit der Spitze mithalten konnte, verpasste die Mannschaft ihre sportlichen Ziele und wurde nach nur einem Jahr wieder aufgelöst. Glücklicher Weise ergab sich parallel eine neue Möglichkeit.

kkOma verfügt noch heute über Eigenschaften, welche allgemein nicht jedem eSportler zugeschrieben werden: Er ist charmant, kann sich gewählt artikulieren und strahlt ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein aus. Im Jahr 2012, unmittelbar nach dem zweiten Rückschlag als Spieler, wurde mit SK Telecom T1 eine ambitionierte Organisation aus der Taufe gehoben, welche auf junge und hochtalentierte Stars aus der Solo Queue-Szene setzte. Faker, Bengi, impact und Co. strotzten nur so vor spielerischer Klasse – doch charakterlich bedurfte es nach Einschätzung der Bosse noch an Feinschliff.

Hier kam kkOma ins Spiel. Neben taktischen und analytischen Aufgaben war der neue Coach für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Talente aus der Reservemannschaft zuständig. Es galt, Sozialkompetenzen zu vermitteln, das Selbstbewusstsein seiner neuen Schützlinge zu stärken und allgemein ein echtes Team zu formen.

Nur ein Jahr nach kkOmas Einstieg gelang es der zweiten Mannschaft von SKT, sich in Koreas Spitze zu etablieren und bessere sportliche Ergebnisse zu erzielen als die erste Garde. Im Laufe des Jahres 2013 setzten die Bosse der Organisation nun auf die jungen Wilden um Faker und Coach kkOma. Als der Summer Split schließlich an das nur anderthalb Jahre zuvor gegründete Team ging, fanden sich die noch schüchternen Teenager plötzlich im Fokus zahlreicher Fans wieder.

Dieser Umstand nahm nachvollziehbarer Weise noch extremere Züge an, als Koreas neue Hoffnung auf den Titel bei den Worlds 2013 lieferte. Faker und seine jungen Mitspieler überrollten die Konkurrenz, aus stillen Einzelkämpfern war innerhalb von wenigen Wochen ein kommunikationsfreudiges Team geworden.

Natürlich ging der Weg nicht stets bergauf. kkOma, Faker und der Rest des jungen Teams durchliefen einen Entwicklungsprozess, welcher Rückschläge beinhaltete. Nach einem schwachen Summer Split 2014 qualifizierte sich der amtierende Weltmeister nicht für die Worlds – aus Sicht des überaus fleißigen und immer akribisch arbeitenden Coaches eine Katastrophe.

Zu den Konsequenzen des Misserfolgs gehörte auch, dass kkOma im Frühjahr 2015 die Entscheidung traf, auf einen neuen Mid Laner zu setzen. Easyhoon ersetzte Faker, das hoffnungsvollste Talent Koreas musste in den allermeisten Saisonspielen im Hintergrund auf der Reservebank Platz nehmen. Pünktlich zu den Worlds eroberte sich der Starspieler allerdings seinen Stammplatz zurück und dreht förmlich auf. Bis inklusive des Finales konnten sich SKTs Gegner jedoch niemals wirklich sicher sein, welcher Mid Laner im Aufgebot stehen würde – kkOmas Schachzug mit einem sechs Mann großen Stammkader ging voll und ganz auf.

Als es SKT im Folgejahr sogar gelang, den Titel zu verteidigen, befand auch kkOma sich auf der Spitze des Erfolgs. Kein Coach konnte auch nur ansatzweise mit den Erfolgen des Südkoreaners mithalten. Der ehemalige Starcraft-Spieler wurde für seine fachlichen und menschlichen Stärken geschätzt – nicht nur von seinem eigenen Team, sondern auch von zahlreichen Konkurrenten. Noch heute benennen ihn viele Trainer aus beispielsweise der LEC, wenn diese nach ihrem Vorbild gefragt werden.

Klare Ansprachen, ehrliche Worte und immer ein offenes Ohr für seine Jungs. Daneben stundenlange analytische Studien und akribische Vorbereitung auf den kommenden Gegner: kkOma war und ist ein Arbeitstier mit einer ungewöhnlich hohen Sozialkompetenz. Natürlich stand er auch in den folgenden beiden Jahren, in welchen die Verjüngung des Kaders im Vordergrund stand, in der Verantwortung. Während 2017 der sportliche Erfolg vorhanden war und nur ein toll aufspielendes Samsung Galaxy zwischen SKT und dem drittel Titelgewinn bei den Worlds in Folge stand, handelte es sich 2018 in den Augen der Fans um ein Jahr zum Vergessen.

SKT verpasste die Qualifikation für die Worlds, was selbstverständlich einen herben Rückschlag für das erfolgsverwöhnte Team darstellte. Der Versuch, Faker hoch veranlagte Talente ohne nennenswerte Erfahrung auf allerhöchstem Niveau zu Seite zu stellen und trotzdem die gewohnten Erfolge zu feiern, misslang auf ganzer Linie. kkOma nahm einen großen Teil der Schuld auf sich und gelobte Besserung.

Ende 2018 trat der Erfolgstrainer eine neue Position an: Headcoach, was im Grunde genommen eine Art Manager und Kaderplaner darstellte. Er warb Teddy, Khan, Clid und Mata an, um mit bewährten Stars wieder ganz oben angreifen zu können. Das neue Team gewann national den Spring- und Summer Split und kämpfe sich beim MSI und den Worlds immerhin bis ins Halbfinale vor.

Als der Vertrag des Kult-Coaches im Herbst 2019 auslief, war SK Telecom T1 wie üblich an einer Verlängerung interessiert. kkOma lehnte den Kontrakt mit einem kolportiert siebenstelligen Jahresgehalt allerdings ab, da er nach eigenen Aussagen nach einer neuen Herausforderung suchte. Der Südkoreaner gab wenige später seinen Wechsel nach China zu Vici Gaming bekannt. Damit endete die wohl größte und definitiv erfolgreichste Ära eines Trainers in der professionelle Welt von League of Legends.

Nicolas Schmidt - Chefredakteur

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