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Todesanzeigen und Hackerangriff auf die Großmutter: Koreanische LoL-Szene in Aufruhr

Wed, 18 Nov 2020 10:53:00 GMT

League of Legends stellt in Korea längst keine Randsportart mehr dar. In wahrscheinlich keinem anderen Staat auf diesem Planeten konnte sich der eSport in den vergangenen Jahren derart in den Mittelpunkt katapultieren wie im Heimatland von Superstar Faker.

Obwohl mit DAMWON nach zwei Jahren Pause wieder ein koreanisches Team den Thron der Worlds besteigen durfte, werden die Schlagzeilen in Korea seit wenigen Wochen von einem anderen Thema beherrscht. Es geht um einen von zwei potentiell neue Coaches von Rekordweltmeister T1: Den Moderatoren LS.

T1, oder ehemals SK Telecom T1, stellt das erfolgreichste Team in der Geschichte von League of Legends dar. Der dreimalige Weltmeister und Arbeitgeber von Faker befindet sich aktuell in einer sportlichen Krise. Nach einem schwachen Summer Split in der LCK konnte sich der vormalige Favorit – immerhin gewann T1 den Spring Split – nicht für die Worlds qualifizieren.

Aus Sicht der Fans ist der koreanische Rekordmeister (9 Titel in der LCK) auf der Trainerposition nicht gut gesetzt. Seit dem Abgang von Kult-Coach Kkoma trauern die zahlreichen Anhänger dem Sympathieträger hinterher. Durch einen Leak wurde bekannt, dass die Chefetage von T1 plant, unter anderem den LoL-Caster LS als Trainer zu verpflichten.

LS neigt traditionell dazu, polarisierend aufzutreten. Neben erheblichen Zweifeln an seiner sportlichen Kompetenz beklagen viele Fans die vermeintlich unsympathischen Auftritte des US-Amerikaners. Besagte Klagen nahmen jüngst immer größere Ausmaße an: Fans mieteten einen LKW mit einer Leuchtreklame, welcher vor dem T1-Hauptquartier in Seoul seine Runden drehte und Protestbotschaften ausstrahlte.

Darüber hinaus wurden der Chefetage Trauerbekundungen, welche auf den Tot von T1 anspielen, zugesendet. Einen gehörigen Shitstorm hagelte es auf Social Media selbstverständlich ebenfalls – allerdings betraf dieser auch LS persönlich.

Die Beleidigungen und Drohungen der Community gingen soweit, dass LS seinen Twitter-Account vorübergehend löschte und diesen aktuell nicht mehr persönliche betreut. Geschichten, dass sogar die Großmutter des Casters Opfer eines Hackerangriffs wurde, verdeutlichen das Ausmaß der Anfeindungen.

Insgesamt handelt es sich um eine verrückte Geschichte, die jedoch wieder einmal verdeutlicht, wie stark sich viele Koreaner mit ihrem Lieblings-LoL-Team identifizieren. Ob sich die Führungsetage von T1 von ihrem Vorhaben durch den lautstarken Protest abbringen lassen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Nicolas Schmidt - Chefredakteur

Weitere Informationen zur LCK.

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