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Pokémon Rot und Blau: Die effektivste Strategie

Tue, 09 Feb 2021 09:14:00 GMT

Mitte der 2000er Jahre begannen passionierte Gamer damit, eines der beliebtesten Spiele aus dem vorangegangenen Jahrtausend schnellstmöglich durchspielen zu wollen: Speedruns der Blauen und Roten Editionen, also der ersten Pokémon-Generation, nahmen rasch an Popularität zu.

Während Speedrunner anfangs auf Durchspielzeiten von knapp 2:30 Stunden stolz sein durften, setzte in den Jahren danach ein regelrechtes Rennen auf immer neue Optimierungen ein. Obgleich immer neue Editionen erschienen, erfreuten sich nach wie vor besonders Speedruns der ersten Edition einer großer Beliebtheit.

Der Fokus lag vor allem auf Glitchless Speedruns, also solchen, die keine Fehler im Spiel ausnutzen. 2011 wurde erstmals die 2-Stunden-Marke geknackt, ungefähr zu diesem Zeitpunkt nahm das Phänomen nahezu professionelle Züge an. Die Speedrunner waren auf der Suche nach der effektivsten Strategie – von den Ergebnissen profitiert auch heute noch jeder, der nach einer solchen sucht.

Es stellte sich heraus, dass das Wasser-Pokémon Schiggy den geeignetsten Starter darstellt, auch weil mit Rocko der erste Arenaleiter über Stein-Pokémon verfügt. Neben Schiggy, welcher in sämtlichen Kämpfen zum Einsatz kam, wurden zunächst nur Pokémon gefangen, welche für das Spiel absolut notwendig waren. Um die VM Zerschneider zu benutzen, fingen Speedrunner, welche auf die Turtok-Strategie setzten, Sandan und nutzten aus diesem Grund die Blaue statt der Roten Edition.

Später stellte sich eine andere Strategie als überlegen heraus: Schiggy fungiert nach wie vor als Starter, doch im Anschluss fängt man Nidoran (männlich), um diesen schließlich nach zwei Entwicklungen zu Nidoking werden zu lassen. Nidoking verfügt über starke Stats und kaum Schwächen – das Ideale Speedrun-Pokémon. Um Nidoran (männlich) mit einer höheren Wahrscheinlichkeit fangen zu können, ist seitdem die Rote Edition das Spiel der Wahl.

Zudem werden im Rahmen von Speedruns sämtliche Pokémon neu benannt: Jeder Name beinhaltet nur noch einen Buchstaben, damit die ausgeschriebenen Texte so kurz wie möglich bleiben. Daneben ist es wichtig, einen Blick auf die zufällig vergebenen Attribute des Starter-Pokémon zu werfen: Bei einer schwachen Ausgabe von Schiggy wird das Spiel einfach von neuem begonnen.

Fortan kamen RNG-Manipulationen hinzu. Vor kritischen Stellen kann das Spiel gespeichert und neu geladen werden, um vermeintliche zufällige Gegebenheiten im Spiel durch die Eingabe verschiedener Tasten-Befehle zu beeinflussen. Die Wahrscheinlichkeit, unmittelbar auf ein männliches Nidoran zu treffen oder der Ort der Schalter in Major Bobs Arena – das Pech kann die Speedrunner nun im Rahmen solcher Situationen nicht mehr stoppen.

Das Rennen auf den Weltrekord für das schnellste Durchspielen der ersten Pokémon-Genration hält nach wie vor an. Seit vielen Jahren sieht es danach aus, als sei die Nidoking-Strategie der effektivste Weg, um die erste Generation durchzuspielen. Aktuell spielen die schnellsten Glitchless Speedrunner die rote Edition in ungefähr 1:45 Stunden durch.

Nicolas Schmidt - Chefredakteur

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