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Bjergsen: Vom League of Legends-Wunderkind zum Leader

Fri, 02 Oct 2020 13:45:00 GMT

Ein Leader, der auf dem Weg zum Anführer vieles über das Leben und den Erfolg lernen musste. Mehrfacher MVP der LCS, Publikumsliebling bei der kalifornischen Organisation Team SoloMid und insgesamt eines der Aushängeschilder der nordamerikanischen League of Legends-Szene – wir werfen einen Blick auf die Karriere des Dänen Bjergsen.

Søren Bjerg kam mit 17 Jahren als hoffnungsvolles skandinavisches League of Legends-Talent nach Kalifornien und schlug sportlich bereits wenige Wochen nach seiner Ankunft ein wie eine Bombe. Sein neuer Arbeitgeber, Team SoloMid, entwickelte sich spätestens unter der Mithilfe des begnadeten Midlaners von 2013 an zur erfolgreichsten Organisation der LCS.

Bjergsen profitierte von erfahrenen Mitspielern, gutem Coaching und einer enormen Portion Talent. Doch daneben stellte der Däne einen disziplinierten Arbeiter dar, welcher sich zunehmend die koreanische Arbeitseinstellung zum Vorbild nahm. Er opferte viel Schlaf, Freizeit und so mache Freundschaft, um es seinen Vorbildern aus Fernost gleichzutun.

Bis 2017 hatte TSM den sportlichen Erfolg praktisch gebucht. Sechs Split-Titel in der LCS sprechen eine deutliche Sprache: Das Team um Bjergsen funktionierte einfach. Der Däne selbst trieb seine Obsession nach eigenen Aussagen immer weiter auf die Spitze: Aus zehn täglichen Trainingsstunden wurden dreizehn, er vernachlässigte nach und nach so gut wie alle Freundschaften und auf körperliche Betätigung verzichtete er ebenfalls zunehmend.

Der große Druck, welchem er sich in diesem Zuge aussetze, hinterließ Spuren: Neben sportlichen Misserfolgen und schwächelnden Leistungen bemerkte der Däne irgendwann, dass er neben seiner Karriere nichts im Leben hatte, was ihn erfüllte – depressive Zustände stellten sich allmählich ein. Glücklicher Weise kam die Einsicht rechtzeitig: Bjergsen nahm sich vor, das Leben wieder stärker zu genießen und trat in Sachen Trainingseifer und Ehrgeiz mehr als nur einen Schritt zurück. Darüber hinaus engagierte er sich im Team, um seinen jungen Mitstreitern den Druck zu nehmen und diese vor seinen früheren Fehlern zu bewahren.

Unter dem gewandelten Leader, welcher sich nun auch wieder Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen und sogar regelmäßigen Sport nimmt, kam ein gewisser Spaßfaktor und besonders der Erfolg zurück ins sonnige Kalifornien. Hatte es das vormals erfolgsverwöhnte TSM 2018 sowie 2019 verpasst, sich für die Worlds zu qualifizieren, fuhren die Westamerikaner im Summer Split 2020 nach drei langen Jahren des Wartens erstmals wieder einen Titel ein.

Nicolas Schmidt - Chefredakteur

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